Restaurierung

 
 
[Bebenhausen] [Stadtfriedhof] [Wachendorf]
 
 
 
     
 

Seit über 20 Jahren ist die Krauß Grabmale und Natursteine GmbH unter anderem auch im Bereich des Denkmalschutzes tätig; der Geschäftsführer und Gesellschafter Werner Krauß (Meisterprüfung im Jahre 1975) hat seine dahingehene Kompetenz durch einen erfolgreichen Abschluß am Europäischen Zentrum für Handwerker im Denkmalschutz in Venedig bereits im Jahre 1980 bewiesen.

Kulturelles Erbe ist für Gesellschaften außerordentlich wichtig, um sich anhand dinglicher und sinnlich wahrnehmbarer historischer Zeugnisse mit ihrer Geschichte zu identifizieren und dadurch eine gesellschaftliche Identität zu bilden; deswegen verfolgt der Denkmalschutz das Ziel, Kulturdenkmale dauerhaft zu erhalten. Es heißt nicht zu Unrecht, daß Denkmalschutz ein Bestandteil von Lebensqualität ist.

...aber: Denkmalschutz bedeutet nicht ohne weiteres, daß angegriffene oder verwitterte Güter "neu für alt" gestaltet werden, denn vornehmlich geht es hier darum, das gerade jetzt Vorhandene, in seinem jetzigen Zustand also, für die folgenden Jahre zu erhalten bzw. zu konservieren.

 
 

 

 
   
  Für das (ehemalige) Kloster Bebenhausen sind wir in den vergangenen Jahren verstärkt tätig geworden:  
 
 
 

...seit der Stiftung des Klosters (wahrscheinlich im Jahre 1183) hat im Laufe der folgenden Jahrhunderte an verschiedendsten Stellen der Zahn der Zeit sehr stark genagt; so haben insbesondere die Kreuzgänge begonnen, sich nach außen zu neigen; dem wurde von uns (unsichtbar für die Besucher) entgegengewirkt durch Einbetonierung von Zugseilen in den Gewölben oberhalb der Kreuzgänge, um das weitere Abneigen zu verhindern.

 
 
 

Die Dachreiter des Sommerrefektoriums des Klosters waren akut einsturzgefährdet; wir bauten die verwitterten und angegriffenen Teile originalgetreu neu auf.

 
 
   
     
 

Weitere Anstrengungen zum Erhalt von Kulturschätzen innerhalb des Klosters Bebenhausen waren die Arbeiten an den unzähligen Epitaphen.

Ein Epitaph ("das auf dem Grab Befindliche") ist eine Grabinschrift oder ein Denkmal zum Gedenken an einen Verstorbenen, wobei die ältesten Epitaphe auf ägyptischen Sarkophagen gefunden wurden.

Im ehemaligen Kloster Bebenhausen waren die zumeist mannshohen Platten in die Wände oder in die Böden des Kreuzganges eingelassen worden mit den entsprechenden (teils verheerenden) Folgen: in den Wänden zogen die Epitaphe Wasser und wurden brüchig, die auf den Böden verlegten Steinplatten nutzten sich durch Darüberhergehen derart ab, daß die Inschriften teils nicht mehr lesbar sind.

 
  Die in den Wänden eingelassenen Epitaphe wurden von uns herausgenommen, der daraufhin offene Teil der Wand entsprechend verschlossen, und die Epitaphe mit Abstand zur jeweiligen ursprünglichen Position wieder neu aufgestellt, so daß die Steinplatten einerseits austrocknen konnten und andererseits kein neues Wasser ziehen. Die in die Böden der Kreuzgänge eingelassenen Epitaphe wurden (wo noch sinnvoll, also wo zumindest teils noch gut lesbarbare Inschriften vorhanden waren) herausgelöst und an den Wänden platziert. Die Böden wurden sodann mit Steinfliesen und -platten neu belegt und dort, wo ein Epitaph lag, wurde dies durch entsprechend angedeuteten Reliefschlag kenntlich gemacht.  
 
 
   
     
 

...eine besondere Herausforderung innerhalb der Restaurierungsarbeiten für das ehemalige Kloster Bebenhausen waren die Erneuerungen von Torbögen und Säulen "unter Belastung"; es wurde hierbei also durch fachgerechte Abstützungen ein Bauwerkteil derart abgesichert, daß tragende Teile herausgelöst werden konnten und durch neue bzw. durch entsprechend behandelte ursprüngliche Teile ausgetauscht wurden.

Die Vorgehensweise "Herauslösen unter Belastung" ist bei Torbögen und Säulen zwar stets ein Risiko, jedoch aufgrund unserer jahrzehntelangen Erfahrung letztlich nicht unmöglich.

 
 
 
 
       
  Durch die Wiedereröffnung des Tübinger Stadtfriedhofes, welcher in seiner Gesamtheit unter Denkmalschutz steht, ergeben sich vielfältige Restaurierungsaufgaben hinsichtlich der vorhandenen alten Grabdenkmälern sowie neue Herausforderungen in der Gestaltung von neuen Grabanlagen entsprechend der städtischen (= zwingenden) Vorgaben für diesen Friedhof bzw. der Neuanlage von Grabstätten.  
     
 

Gerade die alten Grabstätten der auf dem Tübinger Stadtfriedhof bestatteten Persönlichkeiten, wie z.B. Uhland, Hölderlin oder (rechts im Bild) Silcher, haben im Ablaufe der Jahrzehnte dringend einer grundlegenden Renovierung bedurft, welche wir sehr gern übernommen haben, handelt es sich doch um diejenigen Persönlichkeiten der schwäbischen Geschichte schlechthin...:

Silcher war zwar zum Schullehrer bestimmt, widmete sich jedoch letztlich ganz der Musik und wirkte von 1817 an als Musikdirektor an der Universität zu Tübingen, wo er am 26. August 1860 starb. Er gilt als einer der wichtigsten Protagonisten des Chorgesangs und arrangierte unzählige Chorsätze von deutschen und internationalen Volksliedern, welche auch heute noch zum Grundrepertoire vieler Gesangvereine gehören.

 
 
 
   
   
     
  Die Restaurierung der vielen Epitaphe der Kirche Wachendorf war ein (weiterer) Höhepunkt der vergangenen Jahre.  
 

Wo es möglich bzw. notwendig ist, arbeiten wir immer sehr gern direkt vor Ort, so daß die Kulturgüter möglichst wenigen (mechanischen) Beanspruchungen ausgesetzt sind.

 
       
 

Zum Schutz und zur Erhaltung unserer Kulturgüter verwenden wir stets die neuesten Techniken, Methoden und Arbeitsmittel, so daß sich die vorhandenen Relikte in die von Ihnen vorgesehenen Räumlichkeiten optisch ansprechend einfügen.

Sofern denkmalschutzrechtliche Vorschriften eingreifen, schaffen wir für Sie den bestmöglichen Konsenz zwischen den bestehenden Auflagen und Ihren Vorstellungen.